Korrelation
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Du besitzt zwei Aktien. Wenn eine fällt, fällt die andere ebenfalls. Du dachtest, du wärst diversifiziert – aber das warst du nicht. Das ist ein Korrelationsproblem.
Korrelation misst, wie sich zwei Vermögenswerte zueinander verhalten. Sie wird als Zahl zwischen -1 und +1 ausgedrückt:
Zwei Vermögenswerte mit einer Korrelation von +0,9 bieten nahezu keinen Diversifikationseffekt – sie verhalten sich wie ein einziger Vermögenswert. Zwei Vermögenswerte mit einer Korrelation von −0,5 gleichen die Schwankungen des jeweils anderen tatsächlich aus.
Korrelation als Motor der Diversifikation
Das Hinzufügen weiterer Vermögenswerte zu einem Portfolio reduziert das Risiko nur, wenn diese Vermögenswerte nicht perfekt korreliert sind. Dies ist die zentrale mathematische Erkenntnis hinter der Diversifikation – und der Grund, warum der bloße Besitz von mehr Aktien nicht automatisch weniger Risiko bedeutet.
In normalen Marktphasen verhalten sich die Korrelationen zwischen Anlageklassen wie erwartet. In Krisenzeiten steigen sie oft auf +1,0 – Vermögenswerte, die normalerweise unabhängig voneinander schwanken, fallen plötzlich gemeinsam. Dies wird als Kollaps der Korrelation bezeichnet und ist eines der gefährlichsten Phänomene bei der Portfoliozusammenstellung.
- Niedrige oder negative Korrelation zwischen Vermögenswerten reduziert tatsächlich die Volatilität des Portfolios;
- Das Hinzufügen eines korrelierten Vermögenswerts erhöht die Positionsgröße, ohne Diversifikation zu schaffen;
- Krisenzeiten zerstören häufig die Korrelationserwartungen, die in ruhigen Märkten aufgebaut wurden.
Statistisches Maß dafür, wie sich zwei Vermögenswerte zueinander bewegen, ausgedrückt auf einer Skala von −1,0 (perfekt entgegengesetzt) bis +1,0 (perfekt gemeinsam). Eine Korrelation nahe 0 bedeutet, dass sich die Vermögenswerte unabhängig voneinander bewegen.
Korrelation ist nicht Kausalität – zwei Vermögenswerte können stark korreliert sein, ohne dass ein direkter Zusammenhang besteht. Noch wichtiger ist, dass Korrelation nicht stabil ist. Die historische Korrelation zwischen Aktien und Anleihen war über zwei Jahrzehnte hinweg zuverlässig negativ, wurde jedoch 2022 positiv, als beide gleichzeitig fielen. Historische Korrelation sollte immer als Schätzung betrachtet werden, nicht als Garantie.
Die mathematische Grundlage für die Verwendung von Korrelation bei der Portfoliozusammenstellung stammt aus Harry Markowitz' Arbeit "Portfolio Selection" von 1952, die die Moderne Portfoliotheorie einführte. Markowitz zeigte, dass die Kombination von Vermögenswerten mit niedriger Korrelation die Portfoliovarianz reduziert, ohne die erwartete Rendite zu beeinträchtigen – eine Leistung, für die er 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt.
1. Ein Anleger hält zwei ETFs mit einer Korrelation von +0,95. Er glaubt, dadurch eine starke Diversifikation zu erreichen. Was ist die zutreffendste Einschätzung?
2. Während des Marktrückgangs 2022 fielen sowohl Aktien als auch Anleihen gleichzeitig – ein ungewöhnliches Ereignis. Welches Konzept wird dadurch am besten veranschaulicht?
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