Risikotoleranz
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Bevor Sie Investitionen auswählen, sollten Sie Ihr eigenes Risikoprofil verstehen. Das bedeutet, sowohl Ihre emotionalen Reaktionen auf Marktschwankungen als auch Ihre tatsächliche finanzielle Fähigkeit, Verluste zu verkraften, sorgfältig zu bedenken. Die Einschätzung Ihres Risikoprofils ist wichtig, da sie hilft, übereilte Entscheidungen in turbulenten Marktphasen zu vermeiden und sicherstellt, dass Ihr Portfolio zu Ihren Bedürfnissen und Zielen passt.
Um Ihre Risikotoleranz einzuschätzen, fragen Sie sich, wie Sie sich fühlen würden, wenn Ihre Investitionen in kurzer Zeit 10 %, 20 % oder sogar mehr verlieren würden. Würden Sie in Panik verkaufen oder wären Sie bereit, auf eine Erholung zu warten? Ihr Alter, Ihr Anlagehorizont und Ihre bisherigen Erfahrungen beeinflussen dieses emotionale Komfortniveau.
Ihre Risikokapazität bezieht sich auf Ihre finanzielle Situation. Berücksichtigen Sie Ihr Einkommen, Ihre Ersparnisse, Ihre Arbeitsplatzsicherheit, familiäre Verpflichtungen und wann Sie Ihr Geld benötigen. Wenn Sie einen sicheren Arbeitsplatz, hohe Ersparnisse und einen langen Zeithorizont haben, ist Ihre Risikokapazität wahrscheinlich höher. Wenn Sie Ihr Geld bald benötigen oder wenig Puffer haben, ist Ihre Kapazität geringer.
Wenn Sie Ihre Investitionen an Ihr Risikoprofil anpassen, treffen Sie seltener emotionale Entscheidungen, die Ihre Rendite beeinträchtigen könnten. Außerdem bleiben Sie eher bei Ihrem Plan, auch wenn die Märkte unruhig werden.
Risikotoleranz ist Ihre emotionale Fähigkeit, Schwankungen im Wert Ihres Portfolios auszuhalten, während Risikokapazität Ihre tatsächliche finanzielle Fähigkeit ist, Verluste zu verkraften, ohne Ihre Ziele zu gefährden.
Stellen Sie sich zwei Investoren vor: Jamie ist 30 Jahre alt, hat einen sicheren Job, keine Unterhaltsverpflichtungen und wird ihr investiertes Geld jahrzehntelang nicht benötigen. Sie bleibt bei Marktrückgängen ruhig und verfügt sowohl über eine hohe Risikotoleranz als auch eine hohe Risikokapazität. Jamie kann ein Portfolio mit einem höheren Aktienanteil in Betracht ziehen, da Aktien risikoreicher sind, aber ein größeres Wachstumspotenzial bieten.
Alex hingegen ist 60 Jahre alt, plant in fünf Jahren in den Ruhestand zu gehen und ist besorgt über mögliche Verluste. Sein finanzielles Polster ist kleiner und er muss sein Vermögen erhalten. Alex hat sowohl eine niedrige Risikotoleranz als auch eine niedrige Risikokapazität. Ein Portfolio mit mehr Anleihen und weniger Aktien wäre für ihn besser geeignet, um das Risiko größerer Verluste zu verringern.
Wenn Sie Ihr eigenes Risikoprofil verstehen, können Sie Investitionen wählen, die zu Ihrem Komfortniveau und Ihren finanziellen Bedürfnissen passen und so Ihre Ziele besser verfolgen.
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