Sharpe-Ratio
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Zwei Fonds erzielen beide eine jährliche Rendite von 10 %. Einer schwankt zwischen -20 % und +40 %. Der andere bleibt zwischen +2 % und +18 %. Welches ist die bessere Investition?
Die reine Renditezahl kann diese Frage nicht beantworten. Das Sharpe-Verhältnis kann es.
Das Sharpe-Verhältnis misst, wie viel Rendite pro Risikoeinheit erzielt wird. Es normalisiert die Rendite im Verhältnis zur Volatilität – so können Investitionen verglichen werden, die auf den ersten Blick identisch erscheinen, aber im Kern unterschiedlich sind.
Sharpe Ratio=Standard DeviationPortfolio Return−Risk-Free RateAnwendung auf die beiden oben genannten Fonds (risikofreier Zinssatz = 4 %):
Interpretation des Wertes
Das Sharpe-Verhältnis ist eine relative Kennzahl – es ist am nützlichsten beim Vergleich von zwei oder mehr Optionen, nicht isoliert.
Der S&P 500 hat historisch über lange Zeiträume einen Sharpe Ratio von etwa 0,4–0,6 erzielt. Ein dauerhaft hoher Sharpe Ratio ist schwieriger zu erreichen als eine hohe absolute Rendite.
Eine Kennzahl für das risikobereinigte Ergebnis. Sie berechnet, wie viel Überschussrendite (über den risikofreien Zinssatz hinaus) eine Investition pro Volatilitätseinheit erzielt. Ein höherer Sharpe Ratio bedeutet eine bessere Rendite pro Risikoeinheit.
Das Sharpe-Verhältnis verwendet die Standardabweichung als Risikomaß – das bedeutet, es behandelt positive und negative Schwankungen gleichermaßen. Ein Fonds, der gelegentlich sehr hohe positive Renditen erzielt, erscheint einem langfristigen Anleger „riskanter“, als er tatsächlich ist. Das Sortino-Verhältnis berücksichtigt dies, indem es nur negative Schwankungen bestraft, aber das Sharpe-Verhältnis bleibt der Branchenstandard.
Das Sharpe-Verhältnis wurde 1966 von dem Nobelpreisträger William F. Sharpe im Rahmen seiner Arbeit am Capital Asset Pricing Model (CAPM) entwickelt. Seine Originalveröffentlichung „Mutual Fund Performance“ führte das Konzept des Verhältnisses von Ertrag zu Schwankung als Standard zum Vergleich von Fonds ein.
1. Fonds X erzielt eine Rendite von 12 % bei einer Standardabweichung von 20 %. Fonds Y erzielt eine Rendite von 9 % bei einer Standardabweichung von 6 %. Der risikofreie Zinssatz beträgt 4 %. Welcher Fonds hat das höhere Sharpe-Verhältnis?
2. Ein Hedgefonds wirbt mit einem Sharpe-Verhältnis von 3,2 in den letzten zwei Jahren. Was ist die vorsichtigste Interpretation dieser Zahl?
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